



Marathon-Lady Gradwohl lief aufs Stockerl
Viele Höhepunkte prägten den Vienna City Marathon 2005: Sehr schwüles Wetter und streckenweise starker Wind machten eine Rekordjagd fast unmöglich. Über die Marathondistanz von 42,195 km siegte mit dem für Katar startenden Kenianer Mubarak Schami einer, den niemand auf der Rechnung hatte. Bei den Frauen lief die Steirerin Eva Maria Gradwohl sensationell auf den 2. Platz und über die Halbmarathon-Distanz schaffte die Wienerin Susanne Pumper neuen österreichischen Rekord. Insgesamt waren fast 22.000 Teilnehmer am Start.
Niemals zuvor hatte VCM-Rennleiter Mark Milde im Auftrag von Veranstalter Wolfgang Konrad schnellere Athleten verpflichtet. Unzählige Afrikaner mit Bestzeiten von weit unter 2:10-Stunden waren am Start. Doch das schwüle Wetter (Temperaturen zwischen 17 und 25 Grad) und streckenweise starker Wind machten den Organisatoren einen dicken Strich durch die Rechnung.
So schlug zur Verblüffung aller die Stunde des 25-jährigen Mubarak Schami, der am 22. Mai seinen ersten Marathon absolvierte. Schon nach 22 km forcierte er das Tempo und lief mutterseelenalleine dem Ziel am Heldenplatz entgegen. Am Schluss musste Schami dem phasenweise hohen Tempo Tribut zollen, rettete aber in 2:12:20 Stunden einen komfortablen Vorsprung von fast drei Minuten ins Ziel.
Zweiter wurde der Kenianer Japhet Kosgei vor Landsmann Serem Henry. Sehr guter Achter wurde bei seinem "dritten Abschiedsrennen" Österreichs bester Marathonläufer Michael Buchleitner.
Ganz im Zeichen der rot-weiß-roten Lauf-Ladies standen die Damenbewerbe. Eva Maria Gradwohl wurde in 2:39:44 hinter der starken Kenianerin Florence Barsosio sehr gute Zweite. Über zwei Drittel der Distanz zeigte sich Gradwohl in blendender Form und war lange Zeit sogar Richtung österreichischer Rekord (2:34:35) unterwegs. Nach einer Schwächephase aufgrund des schwülen Wetters ("Ich war durch wie ein Brathendl") verfehlte sie schlussendlich ihren persönlichen Rekord von 2:38:04 deutlich. Trotzdem lachte sie im Ziel: "Danke an das sensationelle Publikum. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden."
Nicht ganz zufrieden, wenn auch mit neuem österreichischem Rekord über die Halbmarathon-Distanz war Susanne Pumper. Sie blieb in 1:13:20 um fünf Sekunden unter der alten Bestzeit von Gradwohl, verfehlte aber das WM-Limit von 1:13:00. Pumper: "Ich bin die ersten fünf Kilometer zu schnell angegangen." Außerdem kostete ihr das Zusammenstoßen der schnellen Halbmarathon-Läufer mit den langsameren Marathon-Läufern bei km 10 einiges an Zeit: "Da ist es leider eng geworden, ich musste viele überholen".
Einen heimischen Sieg gab es bei den Männern: Roman Weger siegte in 1:08:40 über den Halbmarathon (Wien Energie Lauf), der mit 5.130 Teilnehmern bei der Premiere sehr gut angenommen wurde.



